Dein Mensch ist gestorben. Und damit geht jetzt eine Reihe von Organisation einher.
Aber zuerst einmal heißt es vor allem:
Atmen. Zur Ruhe kommen. Alle Gefühle sind erlaubt. Versucht, Euch nicht selbst zu vergessen, indem Ihr für alle anderen funktioniert. Nehmt Hilfe in Anspruch.
Plant nun gemeinsam mit Bestatter*innen und Zugehörigen die Abschiednahme, Trauerfeier und Bestattung.
Bei der Planung werden Fragen aufkommen wie:
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Existiert ein Testament? Vielleicht wisst Ihr, dass ein sogenannter Letzter Wille verfasst wurde. Dieses Schriftstück könnte in einem persönlichen Ordner in der
Wohnung oder im Zentralen Testamentsregister zu finden sein.
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Wer kümmert sich vorrangig um die Bestattung (gibt es ggf. eine totenfürsorgeberechtigte Person)? Falls es keine private Einigung gibt, hat die Pflicht zur
Bestattung übrigens die gesetzliche Erb-Reihenfolge.
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Welche*r Bestatter*in passt zu uns? Hat die verstorbene Person vielleicht bereits eine*n Bestatter*in ausgesucht / besteht ein ggf. Bestattungsvertrag? Wenn Ihr
Interesse an einem weniger konventionellen Unternehmen habt, empfehle ich Euch, einfach mal "Alternative Bestatter" und dann deine Stadt
dahinter in die Suchmaschine einzugeben. In vielen deutschen Städten gibt es inzwischen eine ganze Reihe Bestatter*innen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Abschiede individuell und
würdevoll, losgelöst von traditionellen Vorstellungen und Profitgedanken zu gestalten.
In Berlin gibt es auch rein weibliche Bestattungsnternehmen oder Bestatter*innen mit queerem Fokus.
Bei der Wahl der passenden Bestatter:innen empfehle ich, auf folgende Punkte zu achten:
... eine faire und transparente Preisgestaltung (am besten mit Preisliste auf der Website)
... die Möglichkeit für Zugehörige, die Bestattung mitzugestalten, z.B. in Form von begleiteter Totenfürsorge, Sargbemalen, etc.)
... Kommunikation auf Augenhöhe, sensiblen Umgang mit Kindern und einfache Erklärungen für alle
... auch ein Pluspunkt: das Angebot, "besonderer" Bestattungsformen wie z.B. Baumbestattung
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Möchten wir die verstorbene Person vor dem Begräbnis nochmal sehen?
Bestatter*innen oder Trauerbegleitende helfen Euch dabei, eine zeremonielle Abschiednahme stattfinden zu lassen. Diese kann sehr wichtig für einen gesunden Trauerprozess sein (wenn
Kinder betroffen sind, empfehle ich Euch meine Infos zur Kindertrauer). Oft werden dafür von Bestatter*innen-Seite
oder auch im Krankenhaus eigens gestaltete Räumlichkeiten angeboten.
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Wünschen wir uns eine individuelle Erinnerung an die verstorbene Person, z.B. einen Hand- oder Fußabdruck? Sprecht auch hierzu Eure Bestatter*innen oder Trauerbegleitende an.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für alle Budgets - lasst es Euch nicht ausreden, wenn es Euch wichtig ist!
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Möchten wir evtl. bei der Totenfürsorge dabei sein? Viele Bestattungsunternehmen bieten heutzutage an, dass die Zugehörigen bei allen Schritten der Bestattung dabei sein
dürfen. Die Totenfürsorge beinhaltet das Waschen und Kleiden der verstorbenen Person sowie das Betten im Sarg. Dies ist eine intime Erfahrung und daher auch eine sehr persönliche
Entscheidung. Fragen, die Ihr Euch stellen solltet, wäre z.B.: wie intim war Euer Verhältnis vor dem Tod? Habt Ihr die Person vielleicht zuvor schon lange gepflegt? Wäre die Person
einverstanden, dass Ihr sie nackt und im körperlichen Ausnahmezustand seht?
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Welche Art der Bestattung wünschen wir uns bzw. wissen wir, was die verstorbene Person bevorzugt hat (Erdbestattung vs.
Feuerbestattung)?
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An welchem Ort soll die Person bestattet werden (gibt es evtl. bereits Grabdokumente / eine reservierte Grabstelle)?
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Haben wir konkrete Ideen für die Trauerfeier? Gibt es Wünsche der verstorbenen Person (Bestattungsverfügung / Testament)? Wie möchten wir uns
selbst einbringen (Musik, Reden, Dekoration)?
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Wer finanziert die Bestattung? Üblicherweise finanziert die verstorbene Person ihre Bestattung "selbst" (durch das Erbe oder eine entsprechende Versicherung).
Sollten die finanziellen Mittel für eine Bestattung aus dem Nachlass fehlen, müssen die engsten Familienmitglieder die Kosten tragen. Sollte das auch nicht möglich sein, könnt Ihr beim
zuständigen Sozialamt eine Sozialbestattung beantragen. Neben der Sterbeurkunde benötigt Ihr dazu Kontoauszüge und Vermögensnachweise der verstorbenen Person sowie Nachweise, dass auch die
Familienangehörigen die Bestattung nicht finanzieren können. Nach der Bewilligung durch das Sozialamt bekommt Ihr eine Kostenübernahmeerklärung, die Ihr den Bestatter*innen vorlegt. Der
Antrag sollte möglichst vor der Beauftragung des Bestattungsunternehmens gestellt werden, um sicherzustellen, dass die Kostenübernahme geregelt ist (nicht alle
Bestatter:innen bieten Sozialbestattungen an).
Sollte es bei Eurer Familie um die Bestattung eines Sternenkindes gehen, gibt es ein paar andere/zusätzliche Punkte, die wichtig für Euch sind.
Grundsätzlich solltet Ihr wissen, dass die Bestattung eines Kindes zu jedem Zeitpunkt des Todes, also in jedem Alter des Kindes, möglich ist. Gerne berate ich Euch
dazu.
Wenn Ihr Euch Begleitung im Bestattungsprozess (auch bei der Trauerfeier) wünscht, meldet Euch gerne bei mir.